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Bedeutung von: "Geld­wä­sche­ge­setz"

Geld­wä­sche­ge­setz – Schutz vor ille­ga­len Geld­flüs­sen im Immo­bi­li­en­be­reich

Das Geld­wä­sche­ge­setz (GwG) dient der Ver­hin­de­rung von Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung. Es ver­pflich­tet bestimm­te Berufs­grup­pen und Unter­neh­men dazu, die Her­kunft von Ver­mö­gens­wer­ten zu über­prü­fen und ver­däch­ti­ge Trans­ak­tio­nen zu mel­den. Im Immo­bi­li­en­be­reich spielt das Geld­wä­sche­ge­setz eine beson­ders wich­ti­ge Rol­le, da Immo­bi­li­en­käu­fe häu­fig hohe Geld­be­trä­ge umfas­sen und daher poten­zi­ell für ille­ga­le Geld­trans­ak­tio­nen miss­braucht wer­den kön­nen.

Für Käu­fer, Ver­käu­fer, Immo­bi­li­en­mak­ler, Nota­re und Inves­to­ren gehört die Ein­hal­tung der geld­wä­sche­recht­li­chen Vor­schrif­ten heu­te zu den fes­ten Bestand­tei­len eines Immo­bi­li­en­ge­schäfts.


Was ist das Geld­wä­sche­ge­setz?

Das Geld­wä­sche­ge­setz ist ein gesetz­li­cher Rah­men zur Bekämp­fung von:

  • Geld­wä­sche
  • Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung
  • Steu­er­hin­ter­zie­hung
  • ille­ga­len Ver­mö­gens­ver­schie­bun­gen

, als Gesetz mit zen­tra­len Bestim­mun­gen und Rechts­grund­la­gen auf natio­na­ler Ebe­ne in Umset­zung euro­päi­scher Vor­ga­ben wie der Geld­wä­sche­richt­li­nie und der Geld­wä­sche-Richt­li­nie sowie wei­te­rer Rege­lun­gen aus der Richt­li­nie im GewER­BE­RECHT.

Ziel ist es, zu ver­hin­dern, dass Ver­mö­gens­wer­te aus kri­mi­nel­len Akti­vi­tä­ten in den lega­len Wirt­schafts­kreis­lauf ein­ge­schleust wer­den, und die Nut­zung des Finanz­sys­tems zu Zwe­cke der geld­wä­sche­rei und ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung sowie der Finan­zie­rung ent­spre­chen­der Struk­tu­ren zu unter­bin­den.

Immo­bi­li­en­ge­schäf­te gel­ten auf­grund der hohen Kauf­prei­se als beson­ders sen­si­bler Bereich.


Was bedeu­tet Geld­wä­sche?

Von Geld­wä­sche spricht man, wenn Gel­der aus ille­ga­len Quel­len so in den Wirt­schafts­kreis­lauf ein­ge­bracht wer­den, dass ihre wah­re Her­kunft ver­schlei­ert wird; die natio­na­len Vor­ga­ben des GwG set­zen dabei vor allem die euro­päi­sche Geld­wä­sche-Richt­li­nie um.

Mög­li­che ille­ga­le Quel­len sind bei­spiels­wei­se:

  • Betrug
  • Dro­gen­han­del
  • Kor­rup­ti­on
  • orga­ni­sier­te Kri­mi­na­li­tät
  • Steu­er­de­lik­te

Das Geld soll anschlie­ßend wie legal erwirt­schaf­te­tes Ver­mö­gen erschei­nen. Zu den zwe­cke der geld­wä­sche gehört damit ins­be­son­de­re, ille­ga­le Erlö­se in den lega­len Wirt­schafts­kreis­lauf ein­zu­schleu­sen und ihre Her­kunft zu ver­de­cken. Die Bekämp­fung von geld­wä­sche­rei oder ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung ist dabei sowohl euro­pa­recht­lich als auch in Öster­reich gesetz­lich ver­an­kert. Die 4. Geld­wä­sche-Richt­li­nie wur­de am 5. Juni 2015 ver­öf­fent­licht und muss­te bis 26. Juni 2017 umge­setzt wer­den. Die 5. Geld­wä­sche-Richt­li­nie wur­de zum 1. Janu­ar 2020 umge­setzt; zugleich gilt die Ver­ord­nung 2015/847/EU seit 26. Juni 2017. Im recht­li­chen Zusam­men­hang wird auch von geld­wä­sche­rei gespro­chen.

War­um betrifft das Geld­wä­sche­ge­setz Immo­bi­li­en?

Immo­bi­li­en eig­nen sich grund­sätz­lich dazu, gro­ße Geld­be­trä­ge zu inves­tie­ren, Ver­mö­gen lang­fris­tig zu sichern und ille­ga­le Ein­nah­men zu ver­schlei­ern.

Des­halb unter­lie­gen unter ande­rem:

  • Immo­bi­li­en­käu­fe
  • Grund­stücks­trans­ak­tio­nen
  • Inves­ti­tio­nen in Immo­bi­li­en­ge­sell­schaf­ten

beson­de­ren Prüf­pflich­ten.

Zur Abgren­zung von Geld­wä­sche­rei oder Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung zie­len die­se Vor­ga­ben dar­auf, Gel­der in den lega­len Wirt­schafts­raum ein­zu­schleu­sen, ihre Her­kunft zu ver­ber­gen, das indi­vi­du­el­le Risi­ko zu bewer­ten, bei Geschäf­ten mit Bezug zu Staa­ten mit hohem Risi­ko abge­stuf­te Maß­nah­men fest­zu­le­gen und eine kla­re Rei­he inter­ner Prüf­schrit­te ein­zu­hal­ten.

Käu­fer und Ver­käu­fer müs­sen häu­fig zusätz­li­che Nach­wei­se erbrin­gen.

Wer muss das Geld­wä­sche­ge­setz als Gewer­be­trei­ben­de beach­ten?

Im Immo­bi­li­en­be­reich sind ins­be­son­de­re fol­gen­de Berufs­grup­pen ver­pflich­tet, wobei Immo­bi­li­en­ge­schäf­te aus Sicht der Geld­wä­sche­prä­ven­ti­on ein erhöh­tes Risi­ko dar­stel­len kön­nen:

  • Immo­bi­li­en­mak­ler
  • Nota­re
  • Rechts­an­wäl­te
  • Ban­ken
  • Finanz­dienst­leis­ter
  • Bau­trä­ger

Für Ban­ken und ande­re finanz­in­sti­tu­te gel­ten dane­ben je nach finanz­markt beson­de­re Vor­ga­ben; in Öster­reich regelt das Finanz­markt-Geld­wä­sche­ge­setz als gesetz die Auf­sicht, und die Finanz­markt­auf­sichts­be­hör­de über­wacht die Ein­hal­tung. Das fm gwg betrifft damit auch kre­dit und finanz­in­sti­tu­te, etwa bei Sorg­falts­pflich­ten rund um einen kre­dit nach dem Prin­zip know your cus­to­mer.

Die­se müs­sen bestimm­te Prüf- und Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten erfül­len; sol­che Prüf­pflich­ten sind Teil einer Rei­he gesetz­li­cher Maß­nah­men und wer­den in Fäl­len mit hohem Risi­ko beson­ders rele­vant.

Wel­che Nach­wei­se sind erfor­der­lich?

Vor einem Immo­bi­li­en­ge­schäft müs­sen die betei­lig­ten Per­so­nen häu­fig ihre Iden­ti­tät nach­wei­sen und die erfor­der­li­chen daten zum Ver­trags­part­ner offen­le­gen.

Typi­sche Unter­la­gen sind:

  • Rei­se­pass oder Per­so­nal­aus­weis
  • Mel­de­be­stä­ti­gung
  • Fir­men­buch­aus­zug bei Unter­neh­men
  • Nach­weis der wirt­schaft­lich Berech­tig­ten und der eigen­tü­mer anhand vor­han­de­ner regis­ter und sons­ti­ger infor­ma­tio­nen

Die­se prü­fun­gen sind gesetz­lich vor­ge­schrie­ben; bei Ban­ken und Finanz­dienst­leis­tern gel­ten für Kre­dit- und Finanz­in­sti­tu­te am Finanz­markt beson­de­re Vor­ga­ben, die nach dem Prin­zip Know your cus­to­mer aus­ge­stal­tet sind.

Für den Finanz­markt in Öster­reich gilt dane­ben das Finanz­markt-Geld­wä­sche­ge­setz als spe­zi­el­les Gesetz; es trat am 1. Janu­ar 2017 in Kraft, die Finanz­markt­auf­sichts­be­hör­de über­nimmt die über­prü­fung.

Her­kunft der Geld­mit­tel

Ein wich­ti­ger Bestand­teil des Geld­wä­sche­ge­set­zes ist die Prü­fung der Her­kunft der ein­ge­setz­ten Gel­der; im Rah­men der Sorg­falts­pflich­ten ist dabei auch die Iden­ti­tät der Ver­trags­part­ner zu erfas­sen. Für die Geld­wä­sche­prä­ven­ti­on gehö­ren dazu eine doku­men­tier­te Risi­ko­ana­ly­se und ange­mes­se­ne Maß­nah­men, damit das Risi­ko je nach Art der Trans­ak­ti­on rich­tig bewer­tet wer­den kann.

Je nach Trans­ak­ti­on kön­nen Nach­wei­se ver­langt wer­den, bei­spiels­wei­se:

  • Spar­gut­ha­ben
  • Ver­kaufs­er­lö­se
  • Erb­schaf­ten
  • Schen­kun­gen
  • Kre­dit­ver­trä­ge
  • Iden­ti­fi­zie­rung des Kun­den anhand eines amt­li­chen Licht­bild­aus­wei­ses

Wirt­schaft­lich Berech­tig­te sind außer­dem anhand ver­füg­ba­rer Infor­ma­tio­nen aus Regis­tern zu über­prü­fen.

Beson­ders bei hohen Kauf­prei­sen wird die Mit­tel­her­kunft häu­fig genau­er geprüft. Die erho­be­nen Iden­ti­fi­zie­rungs­da­ten sind fünf Jah­re auf­zu­be­wah­ren.


Ver­dachts­mel­dun­gen bei Geld­wä­sche und Ter­ro­ris­mus­fi­nan­zie­rung

Besteht der Ver­dacht auf Geld­wä­sche oder eine unge­wöhn­li­che Trans­ak­ti­on, kön­nen ver­pflich­te­te Per­so­nen eine Mel­dung an die zustän­di­gen Behör­den vor­neh­men. Auch die Prü­fung der Mit­tel­her­kunft ist Teil der Geld­wä­sche­prä­ven­ti­on. Ver­dachts­mel­dun­gen gehen an die geld­wä­sche­mel­de­stel­le im bun­des­mi­nis­te­ri­um für inne­res, wobei die erho­be­nen daten voll­stän­dig und nach­voll­zieh­bar sein soll­ten.

Bei­spie­le für Auf­fäl­lig­kei­ten:

  • unge­wöhn­lich kom­ple­xe Zah­lungs­we­ge
  • wider­sprüch­li­che Anga­ben
  • feh­len­de Nach­wei­se
  • unge­wöhn­lich hohe Bar­geld­be­trä­ge

Unter­neh­men müs­sen hier­für eine inter­ne Gefähr­dungs­ana­ly­se bezie­hungs­wei­se Risi­ko­ana­ly­se durch­füh­ren. Die­se Risi­ko­ana­ly­sen sind regel­mä­ßig zu aktua­li­sie­ren und zu doku­men­tie­ren.

Nicht jede Mel­dung bedeu­tet auto­ma­tisch einen Geset­zes­ver­stoß.


Geld­wä­sche­ge­setz beim Immo­bi­li­en­ver­kauf

Auch Ver­käu­fer kön­nen von den Prüf­pflich­ten betrof­fen sein. In Öster­reich ist die Geld­wä­sche­mel­de­stel­le beim Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Inne­res ange­sie­delt.

Typi­sche Fra­gen betref­fen:

  • Iden­ti­tät der Betei­lig­ten
  • Eigen­tums­ver­hält­nis­se
  • Her­kunft des Kauf­prei­ses
  • wirt­schaft­lich Berech­tig­te

Dabei kön­nen auch wei­ter­füh­ren­de infor­ma­tio­nen etwa zum trans­pa­renz­re­gis­ter rele­vant sein. Gera­de bei Direkt­an­käu­fen und grö­ße­ren Trans­ak­tio­nen erfol­gen häu­fig zusätz­li­che Prü­fun­gen. Bei Auf­fäl­lig­kei­ten oder wenn Ver­mö­gens­wer­te aus kri­mi­nel­len Hand­lun­gen betrof­fen sein könn­ten, müs­sen Ver­dachts­mel­dun­gen in Öster­reich unver­züg­lich an die Geld­wä­sche­mel­de­stel­le bezie­hungs­wei­se die Finan­cial Intel­li­gence Unit über­mit­telt wer­den. Unter­neh­men sind zudem gesetz­lich ver­pflich­tet, ver­däch­ti­ge Trans­ak­tio­nen abzu­leh­nen.


Wel­che Fol­gen dro­hen bei Ver­stö­ßen?

Ver­stö­ße gegen das Geld­wä­sche­ge­setz kön­nen erheb­li­che Kon­se­quen­zen haben.

Mög­li­che Fol­gen:

  • hohe Geld­stra­fen
  • behörd­li­che Ermitt­lun­gen
  • Ver­zö­ge­run­gen bei Trans­ak­tio­nen
  • recht­li­che Kon­se­quen­zen

Auch poli­ti­sche Refor­men zur Ver­bes­se­rung der Durch­set­zung spie­len hier­bei eine Rol­le, und je nach Fall kön­nen Infor­ma­tio­nen aus dem Trans­pa­renz­re­gis­ter zur Prü­fung wirt­schaft­li­cher Hin­ter­grün­de rele­vant sein.

Des­halb legen Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men gro­ßen Wert auf die Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Vor­ga­ben.


Geld­wä­sche­ge­setz und Immo­bi­li­en-Direkt­an­kauf

Beim Immo­bi­li­en-Direkt­an­kauf müs­sen die­sel­ben gesetz­li­chen Anfor­de­run­gen erfüllt wer­den wie bei klas­si­schen Immo­bi­li­en­ver­käu­fen, wobei bei schwe­ren Ver­stö­ßen Buß­gel­der bis zu 1 Mil­li­on Euro dro­hen kön­nen.

Seriö­se Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men prü­fen daher:

  • Iden­ti­tät der Ver­trags­part­ner
  • Eigen­tums­ver­hält­nis­se
  • Her­kunft der Mit­tel
  • recht­li­che Rah­men­be­din­gun­gen

Die­se Prü­fun­gen und ihre regel­mä­ßi­ge über­prü­fung die­nen dem Schutz aller Betei­lig­ten und einer bes­se­ren Durch­set­zung stren­ge­rer Sank­tio­nen.

Unter­schied zwi­schen Geld­wä­sche­ge­setz und Steu­er­recht

Die bei­den Berei­che wer­den häu­fig ver­wech­selt.

Geld­wä­sche­ge­setz

  • Bekämp­fung ille­ga­ler Geld­flüs­se
  • Iden­ti­täts- und Her­kunfts­prü­fung

Steu­er­recht

  • Besteue­rung von Ein­kom­men, Ver­mö­gen und Gewin­nen

Bei­de Berei­che kön­nen sich über­schnei­den, ver­fol­gen jedoch unter­schied­li­che Zie­le.


Das Geld­wä­sche­ge­setz und Geld­wä­sche­prä­ven­ti­on schaf­fen Sicher­heit bei Immo­bi­li­en­ge­schäf­ten

Das Geld­wä­sche­ge­setz ist ein wich­ti­ger Bestand­teil moder­ner Immo­bi­li­en­ge­schäf­te und dient dem Schutz vor ille­ga­len Geld­flüs­sen. Durch Iden­ti­täts­prü­fun­gen, Her­kunfts­nach­wei­se und gesetz­li­che Kon­troll­me­cha­nis­men wird sicher­ge­stellt, dass Immo­bi­li­en­käu­fe und ‑ver­käu­fe trans­pa­rent und rechts­si­cher abge­wi­ckelt wer­den.

Für Käu­fer, Ver­käu­fer und Immo­bi­li­en­un­ter­neh­men gehört die Ein­hal­tung der geld­wä­sche­recht­li­chen Vor­schrif­ten heu­te zu jedem pro­fes­sio­nel­len Immo­bi­li­en­ge­schäft.

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