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Bedeutung von: "Miet­ren­di­te"

Miet­ren­di­te – die Kenn­zahl für Immo­bi­li­en als Kapi­tal­an­la­ge

Die Miet­ren­di­te setzt die jähr­li­chen Miet­ein­nah­men einer Immo­bi­lie ins Ver­hält­nis zum ein­ge­setz­ten Kapi­tal. Sie ist die wich­tigs­te Schnell­kenn­zahl für Anle­ger, um Objek­te zu ver­glei­chen – und für Ver­käu­fer das zen­tra­le Argu­ment, wenn der Käu­fer ein Inves­tor ist.

Wie berech­net man die Brut­to­miet­ren­di­te?

Brut­to­miet­ren­di­te = Jah­res­net­to­mie­te (ohne Betriebs­kos­ten) geteilt durch den Kauf­preis, mal 100. Bei­spiel: 9.600 Euro Jah­res­mie­te bei 240.000 Euro Kauf­preis erge­ben 4,0 Pro­zent. Die Kenn­zahl ist schnell errech­net, blen­det aber Kauf­ne­ben­kos­ten und lau­fen­de Kos­ten aus.

Was sagt die Net­to­miet­ren­di­te aus?

Die Net­to­miet­ren­di­te berück­sich­tigt zusätz­lich die Kauf­ne­ben­kos­ten (Grund­er­werb­steu­er, Ein­tra­gungs­ge­bühr, Ver­trags­er­rich­tung, ggf. Mak­ler­pro­vi­si­on – in Sum­me rund zehn Pro­zent) sowie die nicht auf Mie­ter umleg­ba­ren Bewirt­schaf­tungs­kos­ten wie Instand­hal­tungs­rück­la­ge, Leer­stands­ri­si­ko und Ver­wal­tung. Sie liegt daher spür­bar unter der Brut­to­ren­di­te und ist die ehr­li­che­re Zahl.

Wel­che Ren­di­te ist rea­lis­tisch?

Das hängt stark von Lage und Objekt­typ ab: In Top­la­gen der Groß­städ­te wer­den nied­ri­ge Ren­di­ten akzep­tiert, weil Wert­stei­ge­rung und Sicher­heit im Vor­der­grund ste­hen. In länd­li­che­ren Regio­nen mit güns­ti­ge­ren Kauf­prei­sen – etwa im Wein­vier­tel – sind höhe­re lau­fen­de Ren­di­ten erziel­bar, dafür ist die Wert­ent­wick­lung mode­ra­ter. Son­der­seg­men­te wie Arbei­ter­un­ter­künf­te oder Mon­teur­zim­mer kön­nen deut­lich höhe­re Erträ­ge brin­gen, erfor­dern aber akti­ve­res Manage­ment.

Wel­che Feh­ler pas­sie­ren bei der Ren­di­te­be­rech­nung?

Die häu­figs­ten: Betriebs­kos­ten in die Mie­te ein­ge­rech­net, Kauf­ne­ben­kos­ten ver­ges­sen, Leer­stand und Instand­hal­tung igno­riert und bei befris­te­ten Miet­ver­trä­gen den gesetz­li­chen Befris­tungs­ab­schlag über­se­hen. Auch pro­spek­tier­te Wunschmie­ten statt tat­säch­lich erziel­ba­rer Mie­ten ver­zer­ren das Bild.

Kom­plet­tes Rechen­bei­spiel: von brut­to bis Eigen­ka­pi­tal­ren­di­te

Kauf­preis 220.000 Euro, Kauf­ne­ben­kos­ten rund 10 Pro­zent = Gesamt­in­ves­ti­ti­on 242.000 Euro. Net­to­mie­te 850 Euro monat­lich = 10.200 Euro jähr­lich. Brut­to­ren­di­te: 10.200 / 220.000 = 4,6 Pro­zent. Für die Net­to­ren­di­te zie­hen wir nicht umleg­ba­re Kos­ten ab – etwa 1.100 Euro Verwaltung/Rücklage/Instandhaltungsanteil und 400 Euro kal­ku­la­to­ri­scher Leer­stand: 8.700 / 242.000 = 3,6 Pro­zent. Span­nend wird der Hebel: Finan­ziert der Käu­fer 170.000 Euro zu 3,4 Pro­zent, kos­tet das 5.780 Euro Zin­sen; vom Net­to­über­schuss blei­ben 2.920 Euro auf 72.000 Euro Eigen­ka­pi­tal = 4,1 Pro­zent Eigen­ka­pi­tal­ren­di­te vor Til­gung und Steu­er – plus Til­gungs­auf­bau und Wert­ent­wick­lung. Genau die­se Staf­fel soll­te jeder Anle­ger für sein Objekt rech­nen kön­nen.

Der Kauf­preis­fak­tor: die Abkür­zung der Pro­fis

Inves­to­ren spre­chen oft vom Fak­tor (Ver­viel­fäl­ti­ger): Kauf­preis geteilt durch Jah­res­net­to­mie­te. Fak­tor 20 ent­spricht 5 Pro­zent Brut­to­ren­di­te, Fak­tor 25 vier Pro­zent, Fak­tor 33 rund drei Pro­zent. Der Fak­tor macht Objek­te blitz­schnell ver­gleich­bar und Preis­ver­hand­lun­gen kon­kret: Wer weiß, dass ver­gleich­ba­re Objek­te in der Regi­on zum Fak­tor 21 han­deln, kann ein Ange­bot zum Fak­tor 26 prä­zi­se kon­tern. Für Ver­käu­fer umge­kehrt: Die Mie­te um 50 Euro monat­lich nach­hal­tig zu heben, stei­gert beim Fak­tor 22 den rech­ne­ri­schen Objekt­wert um gut 13.000 Euro – Miet­zins­pfle­ge ist Kauf­preis­pfle­ge.

Wel­che Ren­di­te ist wo rea­lis­tisch – und war­um?

Die Ren­di­te ist der Preis des Risi­kos und der Spie­gel der Wert­stei­ge­rungs­er­war­tung: Wie­ner Best­la­gen han­deln bei nied­ri­gen Ren­di­ten, weil Wert­zu­wachs und Ver­mie­tungs­si­cher­heit ein­ge­preist sind. Bezirks­städ­te und gut ange­bun­de­ne Land­ge­mein­den – etwa ent­lang der Ach­sen Rich­tung Wien im Wein­vier­tel – bie­ten spür­bar höhe­re lau­fen­de Ren­di­ten bei mode­ra­te­rer Wert­dy­na­mik. Son­der­for­men wie Zim­mer­ver­mie­tung an Fir­men­kun­den (Mon­teur- und Arbei­ter­quar­tie­re) errei­chen noch­mals höhe­re Erträ­ge, ver­lan­gen aber akti­ves Manage­ment und sind eher Gewer­be als pas­si­ve Anla­ge. Die rich­ti­ge Ren­di­te ist also kei­ne abso­lu­te Zahl, son­dern die, deren Risi­ko­pro­fil zum Anle­ger passt.

Bedeu­tung beim Immo­bi­li­en­ver­kauf

Wer eine ver­mie­te­te Immo­bi­lie ver­kauft, ver­kauft eine Ren­di­te: Sau­be­re Unter­la­gen (Miet­ver­trä­ge, Abrech­nun­gen, Kos­ten­auf­stel­lung) und ein markt­ge­rech­ter Ange­bots­preis, der eine plau­si­ble Ren­di­te ergibt, spre­chen Inves­to­ren direkt an und ver­kür­zen die Ver­mark­tungs­dau­er erheb­lich.

JA Bergkessel GmbH
Über den AutorAlex­an­der Berg­kes­selGeschäfts­füh­rer, JA Berg­kes­sel GmbH · Laa an der Tha­ya

Alex­an­der kauft und ver­kauft Immo­bi­li­en im Wein­vier­tel – Häu­ser, Woh­nun­gen, Grund­stü­cke. Die Begrif­fe in die­sem Glos­sar erklärt er so, wie er sie auch im Kun­den­ge­spräch erklärt: ver­ständ­lich und ohne Para­gra­phen­deutsch. Wenn nach dem Lesen noch etwas offen ist: ein­fach fra­gen, das kos­tet nichts.

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Hin­weis: Die­ser Bei­trag wur­de sorg­fäl­tig recher­chiert, dient aber aus­schließ­lich der all­ge­mei­nen Infor­ma­ti­on und ersetzt kei­ne recht­li­che, steu­er­li­che oder finan­zi­el­le Bera­tung im Ein­zel­fall. Für ver­bind­li­che Aus­künf­te wen­den Sie sich bit­te an Rechts­an­walt, Notar oder Steu­er­be­ra­ter. Alle Anga­ben ohne Gewähr. Stand: 08/2026

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