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Bedeutung von: "Pari­fi­zie­rung"

Pari­fi­zie­rung – Auf­tei­lung einer Immo­bi­lie in Woh­nungs­ei­gen­tum

Die Pari­fi­zie­rung ist ein wich­ti­ger Begriff im öster­rei­chi­schen Immo­bi­li­en­recht und bil­det die Grund­la­ge für die Begrün­dung von Woh­nungs­ei­gen­tum. Dabei wird ein Gebäu­de in ein­zel­ne, recht­lich selbst­stän­di­ge Ein­hei­ten – bei­spiels­wei­se Woh­nun­gen, Geschäfts­lo­ka­le oder Gara­gen­plät­ze – auf­ge­teilt.

Ohne Pari­fi­zie­rung ist die Ein­tra­gung von Woh­nungs­ei­gen­tum im Grund­buch in der Regel nicht mög­lich. Daher spielt sie ins­be­son­de­re beim Ver­kauf von Eigen­tums­woh­nun­gen, bei Neu­bau­pro­jek­ten und bei der Auf­tei­lung von Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern eine zen­tra­le Rol­le.


Was bedeu­tet Pari­fi­zie­rung?

Unter Pari­fi­zie­rung ver­steht man die tech­ni­sche und recht­li­che Auf­tei­lung einer Lie­gen­schaft in ein­zel­ne Nut­zungs­ein­hei­ten. Dabei wird fest­ge­stellt:

  • wel­che Woh­nun­gen vor­han­den sind
  • wel­che Geschäfts­räu­me bestehen
  • wel­che Kel­ler­ab­tei­le dazu­ge­hö­ren
  • wel­che Stell­plät­ze oder Gara­gen­plät­ze vor­han­den sind

Jede Ein­heit erhält einen bestimm­ten Anteil an der gesam­ten Lie­gen­schaft.


War­um ist eine Pari­fi­zie­rung not­wen­dig?

Die Pari­fi­zie­rung schafft die Vor­aus­set­zung dafür, dass ein­zel­ne Woh­nun­gen oder Geschäfts­ein­hei­ten recht­lich eigen­stän­dig ver­kauft, ver­erbt oder belas­tet wer­den kön­nen.

Ohne Pari­fi­zie­rung wäre ledig­lich Mit­ei­gen­tum an der gesam­ten Immo­bi­lie mög­lich.

Durch die Pari­fi­zie­rung kön­nen Eigen­tü­mer:

  • ein­zel­ne Woh­nun­gen ver­kau­fen
  • Woh­nungs­ei­gen­tum begrün­den
  • Kre­di­te auf ein­zel­ne Ein­hei­ten auf­neh­men
  • Ein­hei­ten sepa­rat ver­er­ben

Wie läuft eine Pari­fi­zie­rung ab?

Die Pari­fi­zie­rung wird übli­cher­wei­se von einem Sach­ver­stän­di­gen oder Zivil­tech­ni­ker erstellt.

Dabei wer­den:

  1. sämt­li­che Ein­hei­ten ver­mes­sen
  2. Nutz­flä­chen ermit­telt
  3. all­ge­mei­ne Flä­chen berück­sich­tigt
  4. Nutz­wer­te berech­net

Auf Grund­la­ge die­ser Daten ent­steht das soge­nann­te:

Pari­fi­zie­rungs­gut­ach­ten


Was ist der Nutz­wert?

Ein zen­tra­ler Bestand­teil der Pari­fi­zie­rung ist der Nutz­wert.

Der Nutz­wert drückt aus, wel­chen Anteil eine Woh­nung oder Ein­heit an der gesam­ten Lie­gen­schaft besitzt.

Dabei wer­den ver­schie­de­ne Fak­to­ren berück­sich­tigt:

  • Wohn­flä­che
  • Lage inner­halb des Gebäu­des
  • Aus­stat­tung
  • Nut­zungs­mög­lich­kei­ten

Die Sum­me aller Nutz­wer­te ergibt die Basis für die Eigen­tums­an­tei­le.


Pari­fi­zie­rung und Woh­nungs­ei­gen­tum

Die Pari­fi­zie­rung ist die Vor­aus­set­zung für die Ein­tra­gung von Woh­nungs­ei­gen­tum ins Grund­buch.

Erst danach kön­nen:

  • Eigen­tums­woh­nun­gen ent­ste­hen
  • ein­zel­ne Ein­hei­ten sepa­rat ver­kauft wer­den
  • Woh­nungs­ei­gen­tums­ver­trä­ge abge­schlos­sen wer­den

Sie bil­det somit das Fun­da­ment des moder­nen Woh­nungs­ei­gen­tums.


Wann wird eine Pari­fi­zie­rung durch­ge­führt?

Eine Pari­fi­zie­rung ist häu­fig erfor­der­lich bei:

  • Neu­bau­pro­jek­ten
  • Umwand­lung von Miets­häu­sern in Eigen­tums­woh­nun­gen
  • Dach­ge­schoss­aus­bau­ten
  • Tei­lung von Mehr­fa­mi­li­en­häu­sern
  • Begrün­dung von Woh­nungs­ei­gen­tum

Wel­che Aus­wir­kun­gen hat die Pari­fi­zie­rung auf den Immo­bi­li­en­wert?

Durch die Pari­fi­zie­rung kann eine Immo­bi­lie oft wirt­schaft­lich attrak­ti­ver wer­den.

Bei­spiels­wei­se kann:

  • ein Zins­haus in Eigen­tums­woh­nun­gen auf­ge­teilt wer­den
  • jede Woh­nung ein­zeln ver­kauft wer­den
  • ein höhe­rer Gesamt­erlös erzielt wer­den

In vie­len Fäl­len erhöht die Pari­fi­zie­rung die Fle­xi­bi­li­tät und Ver­mark­tungs­mög­lich­kei­ten einer Immo­bi­lie.


Pari­fi­zie­rung beim Immo­bi­li­en­ver­kauf

Beim Ver­kauf von Eigen­tums­woh­nun­gen soll­ten Käu­fer prü­fen:

  • ob eine gül­ti­ge Pari­fi­zie­rung vor­liegt
  • wie hoch der Nutz­wert ist
  • wel­che all­ge­mei­nen Flä­chen bestehen
  • wel­che Son­der­nut­zungs­rech­te zuge­ord­net sind

Die­se Infor­ma­tio­nen sind wich­tig für:

  • Betriebs­kos­ten
  • Eigen­tums­an­tei­le
  • Mit­spra­che­rech­te inner­halb der Eigen­tü­mer­ge­mein­schaft

Kos­ten einer Pari­fi­zie­rung

Die Kos­ten hän­gen von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab:

  • Grö­ße der Immo­bi­lie
  • Anzahl der Ein­hei­ten
  • Kom­ple­xi­tät des Gebäu­des
  • Auf­wand der Ver­mes­sung

Zu den Kos­ten zäh­len häu­fig:

  • Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten
  • Ver­mes­sungs­ar­bei­ten
  • Grund­buchs­ein­tra­gun­gen
  • recht­li­che Beglei­tung

Unter­schied zwi­schen Pari­fi­zie­rung und Tei­lung

Die Begrif­fe wer­den häu­fig ver­wech­selt:

Pari­fi­zie­rung

  • Auf­tei­lung in Woh­nungs­ei­gen­tum
  • Berech­nung der Nutz­wer­te
  • Grund­la­ge für Eigen­tums­woh­nun­gen

Grund­stücks­tei­lung

  • Auf­tei­lung eines Grund­stücks in meh­re­re Par­zel­len

Die Pari­fi­zie­rung betrifft Gebäu­de und Woh­nun­gen, nicht die Tei­lung von Grund­stü­cken.


Pari­fi­zie­rung als Grund­la­ge für Eigen­tums­woh­nun­gen

Die Pari­fi­zie­rung ist ein wesent­li­cher Schritt zur Begrün­dung von Woh­nungs­ei­gen­tum in Öster­reich. Sie legt fest, wel­che Ein­hei­ten zu einer Immo­bi­lie gehö­ren und wie die Eigen­tums­an­tei­le ver­teilt wer­den.

Für Käu­fer, Ver­käu­fer und Inves­to­ren ist die Pari­fi­zie­rung von gro­ßer Bedeu­tung, da sie die recht­li­che Grund­la­ge für Eigen­tums­woh­nun­gen schafft und die Ver­mark­tung ein­zel­ner Ein­hei­ten ermög­licht.

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