...

Bedeutung von: "Til­gung"

Was bedeu­tet Til­gung – Rück­zah­lung eines Immo­bi­li­en­kre­dits

Die Til­gung bezeich­net die schritt­wei­se Rück­zah­lung eines auf­ge­nom­me­nen Kre­dits, durch die sich die offe­ne Kre­dit­schuld lau­fend ver­rin­gert. Gera­de bei der Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung spielt sie eine zen­tra­le Rol­le, weil sie bestimmt, wie schnell ein Dar­le­hen zurück­ge­zahlt wird, wie sich die Rest­schuld ent­wi­ckelt und wie hoch die gesam­ten Kre­dit­kos­ten aus­fal­len.

Wer eine Immo­bi­lie kau­fen, eine Finan­zie­rung pla­nen oder einen bestehen­den Immo­bi­li­en­kre­dit bes­ser ver­ste­hen möch­te, soll­te die Til­gung genau ken­nen. Bei Immo­bi­li­en­kre­di­ten bestehen die monat­li­chen Raten in der Regel aus einem Zins­an­teil und einem Til­gungs­an­teil: Die Zin­sen sind die Kos­ten für das gelie­he­ne Kapi­tal, die Til­gung redu­ziert die offe­ne Schuld. Der Bei­trag zeigt, wie Til­gung funk­tio­niert, wel­che Til­gungs­ar­ten es gibt, wie hoch die Til­gung sinn­vol­ler­wei­se sein kann und wel­chen Ein­fluss sie auf Lauf­zeit, Rest­schuld und Ver­mö­gens­auf­bau hat.

Was ist eine Til­gung?

Unter Til­gung ver­steht man die Rück­zah­lung des gelie­he­nen Kapi­tals an die Bank oder das Kre­dit­in­sti­tut.

Mit jeder geleis­te­ten Kre­dit­ra­te:

  • sinkt die Rest­schuld
  • steigt der Eigen­ka­pi­tal­an­teil an der Immo­bi­lie
  • ver­rin­gern sich lang­fris­tig die Zins­kos­ten

Je höher die Til­gung, des­to schnel­ler wird der Immo­bi­li­en­kre­dit voll­stän­dig zurück­ge­zahlt.


Wie funk­tio­niert die Til­gung?

Bei einer Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung besteht die monat­li­che Rate aus zwei Bestand­tei­len:

  • Zin­sen – Kos­ten für den Kre­dit
  • Til­gung – Rück­zah­lung der Kre­dit­sum­me

Bei einem klas­si­schen Annui­tä­ten­dar­le­hen bleibt die monat­li­che Rate bei der Annui­tä­ten­til­gung kon­stant. Im Lau­fe der Zeit ver­än­dert sich jedoch deren Zusam­men­set­zung:

  • Zu Beginn ist der Zins­an­teil höher.
  • Mit sin­ken­der Rest­schuld nimmt der Zins­an­teil ab.
  • Gleich­zei­tig steigt der Til­gungs­an­teil.

Dadurch wird der Kre­dit Schritt für Schritt abbe­zahlt.


Wel­che Til­gungs­ar­ten gibt es?

Je nach Finan­zie­rungs­mo­dell gibt es unter­schied­li­che For­men der Til­gung.

Regu­lä­re Til­gung

Die Rück­zah­lung erfolgt in gleich­blei­ben­den monat­li­chen Raten gemäß Kre­dit­ver­trag, wobei es inner­halb der regu­lä­ren Rück­zah­lung ver­schie­de­ne Arten gibt; bei der Raten­til­gung sinkt die monat­li­che Rate über die Lauf­zeit.

Son­der­til­gung

Vie­le Ban­ken erlau­ben zusätz­li­che frei­wil­li­ge Rück­zah­lun­gen. Je nach Ver­trag sind meist 5 bis 10 Pro­zent der Kre­dit­sum­me pro Jahr als Son­der­til­gung mög­lich.

Vor­tei­le:

  • schnel­le­re Ent­schul­dung
  • gerin­ge­re Zins­kos­ten, da sich über die Lauf­zeit des Kre­dits Zins­kos­ten spa­ren las­sen
  • kür­ze­re Kre­dit­lauf­zeit oder je nach Ver­trags­ge­stal­tung eine nied­ri­ge­re monat­li­che Kre­dit­ra­te

Ob Son­der­til­gun­gen mög­lich sind, hängt von den ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen ab, und die­se Mög­lich­keit soll­te aus­drück­lich im Kre­dit­ver­trag gere­gelt sein.

End­fäl­li­ges Dar­le­hen

Bei die­ser Finan­zie­rungs­form wer­den wäh­rend der Lauf­zeit meist nur die Zin­sen bezahlt.

Die eigent­li­che Til­gung erfolgt erst am Ende der Lauf­zeit in einer Sum­me; die­se Form erfor­dert dann eine hohe Schluss­ra­te bezie­hungs­wei­se einen ent­spre­chend hohen Betrag.

Die­se Vari­an­te wird heu­te deut­lich sel­te­ner genutzt.

Wie hoch soll­te die Til­gung sein?

Die opti­ma­le Til­gung hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab:

  • Ein­kom­men
  • Eigen­ka­pi­tal
  • Kre­dit­lauf­zeit
  • Zins­satz
  • per­sön­li­che Finanz­pla­nung

In der Bau­fi­nan­zie­rung beschreibt der Til­gungs­satz den jähr­lich zurück­ge­zahl­ten Pro­zent­satz des Kre­dit­be­trags; die­ser begriff liegt zu Beginn als anfäng­li­che Til­gung in der Regel zwi­schen 1 und 3 Pro­zent.

Eine Til­gungs­ra­te von 3 Pro­zent führt bei­spiel­haft zu schnel­le­ren Rück­zah­lun­gen.

Eine höhe­re Til­gung ver­kürzt die Lauf­zeit und senkt den spä­te­ren Zins­auf­wand über die Lauf­zeit.


Til­gung und Kre­dit­lauf­zeit

Die Höhe der Til­gung beein­flusst direkt die Höhe der monat­li­chen Rate und die Lauf­zeit des Kre­dits.

Nied­ri­ge Til­gung

  • gerin­ge­re Monats­ra­te durch eine nied­ri­ge­re Til­gungs­ra­te
  • län­ge­re Rück­zah­lungs­dau­er bei nied­ri­ger Til­gungs­ra­te
  • höhe­re Gesamt­kos­ten durch mehr Zin­sen

Hohe Til­gung

  • höhe­re Monats­ra­te durch eine höhe­re Til­gungs­ra­te
  • schnel­le­re Ent­schul­dung
  • gerin­ge­re Gesamt­zins­be­las­tung, denn je höher die Til­gungs­ra­te, des­to kür­zer die Rück­zah­lungs­dau­er

Die rich­ti­ge Balan­ce ist ent­schei­dend für eine nach­hal­ti­ge Finan­zie­rung.


Til­gung und Rest­schuld

Mit jeder Til­gungs­zah­lung redu­ziert sich die offe­ne Rest­schuld des Kre­dits, und eine hohe Til­gungs­ra­te senkt sie schnel­ler.

Eine gerin­ge Rest­schuld, also die ver­blei­ben­de Schuld nach bis­he­ri­gen Zah­lun­gen, bie­tet Vor­tei­le:

  • nied­ri­ge­re Zins­kos­ten
  • bes­se­re Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten
  • höhe­re finan­zi­el­le Fle­xi­bi­li­tät

Vor einem Immo­bi­li­en­ver­kauf soll­te geprüft wer­den, wie hoch die ver­blei­ben­de Rest­schuld noch ist.


Til­gung beim Immo­bi­li­en­ver­kauf

Wird eine finan­zier­te Immo­bi­lie ver­kauft, muss der bestehen­de Kre­dit häu­fig ganz oder teil­wei­se zurück­ge­zahlt wer­den.

Dabei spie­len fol­gen­de Fak­to­ren eine Rol­le:

  • aktu­el­le Rest­schuld
  • mög­li­che Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung
  • Ver­kaufs­er­lös
  • bestehen­de Finan­zie­rungs­ver­ein­ba­run­gen

Erst nach Rück­zah­lung des Dar­le­hens kann die Immo­bi­lie las­ten­frei über­tra­gen wer­den, sofern kei­ne ande­re Ver­ein­ba­rung getrof­fen wird.


Til­gung und Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung

Die Til­gung ist ein wesent­li­cher Bestand­teil jeder Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung.

Ein Til­gungs­plan ist dabei das zen­tra­le Instru­ment für die Pla­nung der Rück­zah­lung. Er gibt einen Über­blick über die Ent­wick­lung der Rest­schuld über die Lauf­zeit und weist Zins- und Til­gungs­an­tei­le aus. Er wird nach Abschluss des Kre­dit­ver­trags aus­ge­stellt, und Son­der­til­gun­gen wer­den dar­in ver­merkt.

Sie beein­flusst unter ande­rem:

  • monat­li­che Belas­tung
  • Gesamt­kos­ten des Kre­dits
  • Lauf­zeit
  • Ver­mö­gens­auf­bau

Eine gut geplan­te Til­gungs­stra­te­gie trägt wesent­lich zu einer siche­ren und wirt­schaft­li­chen Finan­zie­rung bei.


Unter­schied zwi­schen Til­gung und Zin­sen

Die bei­den Begrif­fe wer­den häu­fig ver­wech­selt.

Til­gung

  • Rück­zah­lung des gelie­he­nen Kapi­tals
  • redu­ziert die Rest­schuld

Zin­sen

  • Ver­gü­tung für die Kre­dit­ver­ga­be
  • Kre­dit­zin­sen sind die Kos­ten für das gelie­he­ne Geld
  • ver­rin­gern die Kre­dit­sum­me nicht

Bei­de Bestand­tei­le bil­den gemein­sam die monat­li­che Kre­dit­ra­te, also die Zah­lun­gen für Zin­sen und Til­gung.


Fazit: Die Til­gung redu­ziert Schritt für Schritt die Kre­dit­schuld

Die Til­gung ist ein zen­tra­ler Bestand­teil jeder Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung und beschreibt die Rück­zah­lung eines Immo­bi­li­en­kre­dits. Sie beein­flusst die Lauf­zeit, die Gesamt­kos­ten und den Ver­mö­gens­auf­bau des Kre­dit­neh­mers maß­geb­lich.

Wer eine Immo­bi­lie kauft oder finan­ziert, soll­te die Höhe der Til­gung sorg­fäl­tig wäh­len, um eine lang­fris­tig trag­ba­re Finan­zie­rung und eine mög­lichst schnel­le Ent­schul­dung zu errei­chen.

 

 

Sie möchten mehr zum Thema "Til­gung" erfahren?

Treten Sie mit uns in Kontakt und wir versuchen Ihnen bei offenen Fragen weiterzuhelfen!

Tippgeber werden

Machen Sie Ihr Wissen zu barem Geld!