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Bedeutung von: "Ein­la­ge­zahl"

Ein­la­ge­zahl (EZ) – die Adres­se einer Lie­gen­schaft im Grund­buch

Die Ein­la­ge­zahl (abge­kürzt EZ) ist die ein­deu­ti­ge Num­mer, unter der eine Lie­gen­schaft im Grund­buch einer Katas­tral­ge­mein­de geführt wird. Gemein­sam mit der Katas­tral­ge­mein­de (KG) iden­ti­fi­ziert sie einen Grund­buchs­kör­per unver­wech­sel­bar – ver­gleich­bar mit einem amt­li­chen Akten­zei­chen der Immo­bi­lie.

Was umfasst eine Ein­la­ge­zahl?

Ein Grund­buchs­kör­per unter einer EZ kann aus einem ein­zel­nen Grund­stück oder aus meh­re­ren Grund­stü­cken bestehen, die recht­lich eine Ein­heit bil­den. Alle Ein­tra­gun­gen – Eigen­tum, Las­ten, Rech­te – bezie­hen sich immer auf die gesam­te Ein­la­ge, nicht auf ein­zel­ne Grund­stü­cke dar­in.

Wo fin­det man die Ein­la­ge­zahl?

Die EZ steht auf jedem Grund­buchs­aus­zug, im Kauf­ver­trag, im Ein­heits­wert­be­scheid und meist auch in älte­ren Ver­trags­un­ter­la­gen. Kennt man nur die Adres­se oder die Grund­stücks­num­mer, lässt sich die zuge­hö­ri­ge EZ über die Grund­stücks­da­ten­bank ermit­teln – Nota­re, Rechts­an­wäl­te und Mak­ler erle­di­gen das rou­ti­ne­mä­ßig.

Ein­la­ge­zahl, Grund­stücks­num­mer und Katas­tral­ge­mein­de – was ist was?

Die Katas­tral­ge­mein­de ist die kleins­te Ver­mes­sungs­ein­heit Öster­reichs, die Grund­stücks­num­mer bezeich­net ein ein­zel­nes Grund­stück inner­halb der KG, und die Ein­la­ge­zahl fasst ein oder meh­re­re Grund­stü­cke zu einem Grund­buchs­kör­per zusam­men. Bei Eigen­tums­woh­nun­gen kommt zusätz­lich der Mit­ei­gen­tums­an­teil (B‑LNR) hin­zu, der das kon­kre­te Woh­nungs­ei­gen­tums­ob­jekt inner­halb der Ein­la­ge bezeich­net.

Wann ändert sich eine Ein­la­ge­zahl?

Bei Tei­lun­gen, Zusam­men­le­gun­gen oder Abschrei­bun­gen von Grund­stü­cken kön­nen neue Ein­la­gen eröff­net oder bestehen­de gelöscht wer­den. Nach einer Grund­stücks­tei­lung erhält das abge­trenn­te Stück typi­scher­wei­se eine neue EZ – rele­vant etwa beim Ver­kauf eines Gar­ten­teils oder einer Bau­land­re­ser­ve.

Schritt für Schritt: So fin­den Sie die EZ zu einer Adres­se

Weg eins: der letz­te Kauf­ver­trag oder Ein­heits­wert­be­scheid – dort ste­hen Katas­tral­ge­mein­de und EZ immer. Weg zwei: die Online-Grund­stücks­da­ten­bank, abruf­bar über die Ver­rech­nungs­stel­len der Jus­tiz, in der sich über Adres­se oder Grund­stücks­num­mer die Ein­la­ge ermit­teln lässt. Weg drei: das Geo­por­tal des Lan­des (in Nie­der­ös­ter­reich der NÖ Atlas), wo per Klick auf das Grund­stück Katas­tral­ge­mein­de und Grund­stücks­num­mer sicht­bar wer­den – damit fragt dann jeder Notar, Anwalt oder Mak­ler die EZ in Minu­ten ab. Für Eigen­tü­mer gilt: ein­mal her­aus­su­chen, in die Immo­bi­li­en­map­pe legen, nie wie­der suchen.

Die B‑LNR: So liest man Woh­nungs­ei­gen­tum im Grund­buch

Bei Eigen­tums­woh­nun­gen genügt die EZ allein nicht – sie umfasst das gan­ze Haus. Das kon­kre­te Objekt iden­ti­fi­ziert die lau­fen­de Num­mer im B‑Blatt (B‑LNR): Dort steht der Mit­ei­gen­tums­an­teil (etwa 87/2410-Antei­le), ver­bun­den mit dem Woh­nungs­ei­gen­tum an einer bestimm­ten Ein­heit (z. B. Woh­nung Top 7 samt Kel­ler­ab­teil und Stell­platz). Im Kauf­ver­trag wer­den daher KG, EZ, B‑LNR, Anteil und Top-Bezeich­nung ange­führt – nur die­se Kom­bi­na­ti­on beschreibt eine Eigen­tums­woh­nung recht­lich ein­deu­tig. Wer eine Woh­nung samt sepa­rat ver­bü­cher­tem Gara­gen­platz ver­kauft, hat übri­gens oft zwei B‑LNR – bei­de gehö­ren in den Ver­trag.

Häu­fi­ge Stol­per­stei­ne aus der Pra­xis

Klas­si­ker Num­mer eins: Das Haus steht auf zwei Grund­stü­cken in zwei ver­schie­de­nen Ein­la­gen – ver­kauft wird ver­se­hent­lich nur eine, der Gar­ten hängt recht­lich in der Luft. Klas­si­ker Num­mer zwei: Nach einer Tei­lung kur­sie­ren alte Unter­la­gen mit der frü­he­ren EZ, wäh­rend das Grund­buch längst eine neue führt. Klas­si­ker Num­mer drei: Bei Dop­pel­häu­sern wird die EZ des Nach­barn erwischt, weil die Adres­sen fast iden­tisch sind. Die Lösung ist immer die­sel­be: vor Anbot und Ver­trag einen tages­ak­tu­el­len Grund­buchs­aus­zug zie­hen und Grund­stücks­num­mern mit dem Lage­plan abglei­chen.

Bedeu­tung beim Immo­bi­li­en­ver­kauf

In Kauf­an­bot und Kauf­ver­trag muss die Lie­gen­schaft über KG und EZ exakt bezeich­net wer­den – Adress­an­ga­ben allein genü­gen nicht und füh­ren immer wie­der zu Ver­zö­ge­run­gen. Wer sei­ne Unter­la­gen mit kor­rek­ter EZ bereit­hält, beschleu­nigt Bewer­tung, Ver­trags­er­rich­tung und Ver­bü­che­rung spür­bar.

JA Bergkessel GmbH
Über den AutorAlex­an­der Berg­kes­selGeschäfts­füh­rer, JA Berg­kes­sel GmbH · Laa an der Tha­ya

Alex­an­der kauft und ver­kauft Immo­bi­li­en im Wein­vier­tel – Häu­ser, Woh­nun­gen, Grund­stü­cke. Die Begrif­fe in die­sem Glos­sar erklärt er so, wie er sie auch im Kun­den­ge­spräch erklärt: ver­ständ­lich und ohne Para­gra­phen­deutsch. Wenn nach dem Lesen noch etwas offen ist: ein­fach fra­gen, das kos­tet nichts.

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Hin­weis: Die­ser Bei­trag wur­de sorg­fäl­tig recher­chiert, dient aber aus­schließ­lich der all­ge­mei­nen Infor­ma­ti­on und ersetzt kei­ne recht­li­che, steu­er­li­che oder finan­zi­el­le Bera­tung im Ein­zel­fall. Für ver­bind­li­che Aus­künf­te wen­den Sie sich bit­te an Rechts­an­walt, Notar oder Steu­er­be­ra­ter. Alle Anga­ben ohne Gewähr. Stand: 08/2026

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